Unsere Elfie hat heute den Weg über die Regenbogenbrücke angetreten

Elfie ist heute zu ihrem Sohn Emil und ihrem Freund Balou über die Regenbogenbrücke nachgereist.

Du hattest ein langes Leben auf unserem Tierschutzhof in Castrop-Rauxel und warst das erste Tier auf dem Hof. Du warst eine Bereicherung in unserem Leben und hast den Hof mitgeprägt. Du wirst uns fehlen.

Leider hast du deine Lebensgeister und -freude verloren nachdem dein Freund Balou vor rund vier Monaten verstorben ist. Auch die regelmäßigen Spaziergänge im Goldschmieding-Park (mit leckeren Snack-Pausen) konnten dich nicht aus deiner Trauer befreien. Du wurdest trotz aller Bemühungen immer weniger und hattest auch aufgrund dementieller Veränderungen und deiner Blindheit Schwierigkeiten dich zurecht zu finden. 

Jetzt war dein körperlicher Zustand derart schlecht und deine Schmerzen zu stark, sodass es nicht mehr verantwortlich war, dich nicht zu deiner Familie reisen zu lassen.

Wir hoffen das ihr euch gefunden habt und das es euch jetzt gut geht. Wir sehen uns wieder.

Laß` Dir die Brombeeren auf der anderen Seite der Regenbogenrücke schmecken

Mit Vorliebe und Hingabe hat Elfie auf den Spaziergängen durch den Goldschmieding-Park die Brombeeren (aber nur die Blätter) am Wegesrand genossen. Für uns ein Rätsel, wie sie dass mit ihrem weichen Maul bei den dornigen Brombeeren geschafft hat.

Genießt die Videos dazu.


Elfie

Unsere Eselstute Elfi ist nicht nur die längste Zeit im „Refugium", sie ist auch die älteste Hofbewohnerin.

Bei uns eingezogen ist sie mit ca. fünf Jahren, inzwischen ist sie einiges über vierzig. Esel können etwas älter werden als Pferde, denn man geht bei Eseln von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 35-50 Jahren aus.

Auch Tiere bleiben von Alterserscheinungen nicht verschont. Die Sehkraft von Elfis Augen hat sehr nachgelassen, manchmal erweckt sie den Eindruck, als sei sie völlig erblindet. In den Hinterbeinen hat sie starke Arthrose, so dass regelmäßig die Physiotherapeutin kommen muss, um unsere alte Dame wieder flott zu machen.

Esel sind sehr stoisch. Sie zeigen Schmerzen oder Angst viel weniger als zum Beispiel Pferde. Selbst wenn sie schwer krank sind, ist oft das einzige Symptom, das den Halter alarmieren könnte, eine minimale Verhaltensänderung. Man sagt, dass es in dem Moment, wo man einem Esel seine Erkrankung anmerkt, für eine Behandlung bereits zu spät sei. Dieses Verhalten erklärt sich dadurch, dass Esel sich ihre ursprüngliche Art als Wildtier mehr bewahrt haben als Pferde. In der freien Wildbahn kann ein Tier es sich nicht leisten, Krankheitssymptome oder Schwäche zu zeigen; denn dann würde es von seinen Feinden schnell als leichte Beute erkannt.

Auch wenn Elfi im Großen und Ganzen sicherlich ein glückliches Leben hatte — Gesellschaft von Artgenossen, leckeres Futter, abwechslungsreiche Spaziergänge und gute Rundum-Pflege - so ist sie doch von Schicksalsschlägen nicht verschont geblieben. Sie hat zwei Söhne und einen Partner verloren, die alle drei recht früh gestorben sind. Jetzt lebt sie in enger Verbundenheit mit dem Wallach Balou zusammen, der im Jahr 2012 über den Notesel-Verein auf den Hof gekommen ist.

Elfi ist die Zutraulichste von den Langohren - ein ausgeglichenes Tier mit Überblick. Sie ist die Leitstute innerhalb der kleinen Herde.

Diese Rolle steht ihr in ihrem Alter wohl auch zu. Immerhin ist sie auch mehrmals verantwortungsvolle Mutter gewesen. Auch heute noch hat Elfie es sehr gerne, wenn ihre Männer sie umwerben. Dass sie Wallache sind und keine Hengste, möchte sie dabei gar nicht wahrhaben.